Aktuelle Projekte

 

Verleihung Scherer-Preis 2016

Die Literaturwissenschaftlerin Anna-Lenz Scholz von der Freien Universität Berlin erhält den mit 5.000 EUR dotierten Scherer-Preis 2016 für ihre Dissertation Kleist/Kafka - Diskursgeschichte einer Konstellation. Der Preis wurde am 21. April 2016 in Berlin verliehen.

Seit den 50er Jahren gilt es als ausgemacht das Heinrich von Kleist und Franz Kafka eine genuin literarische Verwandschaft prägt. Anna Lena Scholz wählt die beiden Autoren für ihre Dissertation jedoch nicht im Blick auf deren jeweiliges Werk, sondern als Referenz für ihre Untersuchung über theoretische Diskurse des 20. Jahrhunderts, die gerade einen literaturhistorischen Mythos um die Verwandschaft der beiden Autoren etablierten.

Mit einem Parcours durch die germanistische Intellektualitäts- und Theoriegeschichte des 20. Jahrhunderts zeichnet die Preisträgerin mit ihrer Dissertation die Transformation literarischer Texte nach, analysiert die germanistischen Kanonisierungsprozesse Kleists und Kafkas und zeigt, wie die Autoren für ästhetische und politische Debatten instrumentalisiert wurden. 

Die fünf für den Scherer-Preis eingereichten Dissertationen demonstrierten eindrucksvoll die ganze Bandbreite neuer literaturwissenschaftlicher Forschung.

Räuberhände 

Die von der Richard M. Meyer Stiftung 2013 unterstützte Inszenierung von Finn Ole Heinrichs Stück "Räuberhände" steht auch in der Saison 2015/2016 wieder auf dem Spielplan des Thalia Theaters. 

Maulina Schmitt - Mein kaputtes Königreich

Im Rahmen der Projekt-Reihe Thalia-mobil des Thalia Theaters Hamburg unterstützt die Richard M. Meyer Stiftung die Inszenierung des Klassenzimmerstückes "Maulina", für das der Hamburger Autor Finn Ole Heinrich mit dem LUCHS Kinder- und Jugendpreis ausgezeichnet wurde. 

 

Auszug aus dem Programmheft "Jung und mehr" des Thalia Theaters:

 

Paulina, nicht ohne Grund Maulina genannt, zieht mit ihrer Mutter in eine Neubausiedlung. Aber "Plastikhausen" hat nicht die leiseste Ähnlichkeit mit ihrem alten Zuhause, dem Königreich "Mauldawien". Die Freunde sind weg und etwas ist mit ihrer Mutter nicht in Ordnung. Maulina sinnt auf Rache, denn klar, ihr Vater ist an allem schuld, auch an der Trennung der Eltern. Sie wird ich Königreich zurückerobern, koste es, was es wolle. Maulina begegnet Schmerzen und Ängsten der Kindheit mit Fantasie, Ehrlichkeit und Mut. 

Förderung der Tagung "Anna und Rosa Schapire - eine intellektuelle Doppelbiographie. Sozialwissenschaft, Kunstgeschichte und Feminismus nach 1900" an der Ludwig-Maximilians-Universität München am 24./25. Juni 2016

Die Schwestern Anna und Rosa Schapire gehörten zu den ersten promovierten Akademikerinnen des Wilhelminischen Kaiserreichs, setzten sich schon früh für die Emanzipation ein und publizierten als Sozialwissenschaftlerinnen (Anna Schapire) und Kunsthistorikerinnen (Rosa Schapire).

Anna Schapire (1877-1911) studierte Germanistik, Philosophie und Nationalökonomie in Paris, Wien, Krakau, Berlin und Bern, wo sie mit der Arbeit "Der Arbeiterschutz und die Parteien im deutschen Reichstag" 1906 promovierte. Ab 1900 veröffentlichte sie eigene literarische Werke und übersetzte zahlreiche Werke anderer Autoren aus dem Russischen, Polnischen, Englischen und Französischen. Ihr "Abriß einer Geschichte der Frauenbewegung" (1909) und ihre literaturhistorischen Bücher über Leo Tolstoi (1909) und Friedrich Hebbel (1909) zählen zu ihren bekanntesten Werken. 

Ihre Schwester Rosa Schapire (1874-1954) war eine sozialistisch orientierte Feministin, deren frühes politisches Engagement jedoch im Schatten ihrer Rezeption als passionierte Sammlerin und Förderin expressionistischer Kunst steht. Als passives Mitglied der "Brücke" gehörte sie zu den wichtigen und engagierten Fürsprecherinnen dieser zeitgenössischen Gruppierung, die sie auch publizistisch unterstützte.  Zusammen mit Ida Dehmel, die auch mit Richard M .Meyer eng befreundet war, gründete Rosa Schapire 1916 den "Frauenbund zur Förderung deutscher bildender Kunst". 

Das vergessene Wirken von Anna und Rosa Schapire soll durch die Tagung wieder in den Blick genommen und aus Sicht verschiedener disziplinärer Perspektiven gewürdigt werden.

Geschichtomat

Jüdische Geschichte vor der Haustür entdecken

Der Geschichtomat ist ein Schülerprojekt zur Vermittlung jüdischer Geschichte und Kultur in Hamburg. Ziel des deutschlandweit einzigartigen Projektes ist es, Schülerinnen und Schülern einen eigenständigen Zugang zur jüdischen Geschichte, Kultur und Gegenwart ihrer Stadt zu eröffnen.

Gezielt gehen Jugendliche in ihrem Stadtteil auf Spurensuche. Sie beschäftigen sich mit historischen Personen, Orten oder Ereignissen und setzen sich mit aktuellen jüdischen Leben auseinander. Mit fachlicher und medienpädagogischer Begleitung recherchieren sie, führen Interviews mit Experten und Zeitzeugen, besuchen Museen und Archive, drehen und schneiden Filme, bearbeiten Fotos und schreiben Texte. Am Ende der Projektwoche werden die fertigen Beiträge auf der Geschichtomat-Webseite hochgeladen. So entsteht nach und nach ein digitaler Stadtplan zum jüdischen Leben aus Sicht von Jugendlichen.

Die Richard M. Meyer Stiftung unterstützt dies vom Institut für die Geschichte der deutschen Juden (IGdJ) getragene Projekt mit einer Förderung.